anderStark

WER IST DIE TREIBENDE KRAFT DES PROJEKTS?

„Anastasia Umrik, am 09. Februar 1987 irgendwo in der ehemaligen UdSSR geboren, verbrachte dort ihre Kindheit auf einem kleinen Bauernhof in der Nähe von Makinsk. Sie wuchs wie alle anderen Kinder in dieser Gegend unter Tieren und in der Natur auf.“


So oder so ähnlich könnte der Beginn eines Kinderbuches sein. Wenn es da nicht ein ABER gäbe:

Schon bald wurde Anastasia klar, dass sie anders als die Kinder im Dorf war: Sie konnte sich immer weniger selbstständig fortbewegen, bis sie schließlich nur noch in dem von ihrem Großvater selbstgemachten Sessel sitzen konnte. Einen Rollstuhl hatte sie nicht – dafür fehlte sowohl das Geld, außerdem war ihr Elternhaus nicht barrierefrei. Man dachte nicht an „solche Fälle“.

Das war auch der gleiche Grund, weswegen Anastasia die hiesige Dorfschule nicht besuchen konnte, so dass ihre Mutter ihr das Lesen, Schreiben und Rechnen zu Hause beibrachte. Sie war keine fleißige Schülerin, lernte aber dennoch schnell. Zu ihren Lieblingsbeschäftigungen gehörte bereits mit fünf Jahren das Lesen, Gedichte auswendig lernen und Schachspielen mit ihrem Onkel.

Ein paar Jahre später kam ein neuer Lebensabschnitt auf die ganze Familie zu, der das ganze Leben der damals sieben jährigen Anastasia verändern sollte. Sie zogen als Spätaussiedler nach Deutschland und es folgten für die Familie etliche Behördengänge und für Anastasia Operationen und Tests, bis schließlich die Diagnose ausgesprochen wurde: „Spinale Muskelatrophie. Ihre Tochter wird niemals wieder laufen können.“

Für die Eltern brach eine Welt zusammen; sie hatten vorher viel Energie und Zeit dafür aufgewendet, eine Antwort auf die vielen Fragen zu erhalten.

Anastasia wurde auf eine sogenannte „Schule für Körperbehinderte“ geschickt. Sie besprach oft mit ihren damaligen Lehrern, dass sie gerne eine Regelschule besuchen würde und sie sich des Öfteren im Unterricht langweile, insbesondere in den Fächern Deutsch und Englisch wollte sie gerne mehr lernen.

Man sagte ihr: „Wer soll dir aus der Jacke helfen? Wer soll dir die Türen aufhalten? Dort sind keine netten Kinder wie hier, man wird dich vielleicht ärgern und auslachen. Willst du das?“ – sie wollte nicht.

Nicht immer war Anastasia so selbstbewusst wie heute, sie hatte Angst, abgelehnt und nicht gemocht zu werden. Sie blieb. Dadurch war sie allerdings weiterhin unterfordert und hat gelangweilt ihren Hauptabschluss mit ‚Links‘ gemacht.

Mit der Hoffnung endlich nicht mehr gelangweilt zu sein, machte sie auch noch den Realschulabschluss und begann in einem der größten Versandhäuser Deutschlands ihre Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau. Die Langeweile blieb.

Das nächste Ziel war klar: Abitur mit anschließendem Studium…

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Heute ist Anastasia eine selbstbewusste, dynamische und lebensfrohe junge Frau. Sie wohnt in ihrer eigenen Wohnung, studiert und organisiert ihr Leben komplett selbst mit Hilfe persönlicher Assistenz. Würde man sie danach fragen, würde sie selbst ihr Leben als absolut „normal“ bezeichnen, schließlich mache sie all die Dinge, die andere Frauen in ihrem Alter auch tun – vielleicht sogar noch vieles mehr.

Dennoch ist Anastasia wohl bewusst, dass behinderte Menschen in der Gesellschaft leider immer noch nicht als „normal“ angesehen werden. Viele wissen nicht, wie man mit ihnen umgehen soll, wie man sie ansprechen soll, was man sagen darf (und was nicht)… und deswegen lassen es die Meisten.

Eines Nachts, sie war zu dem Zeitpunkt sehr krank, kam ihr DIE Idee: Aussagekräftige Bilder, mit Ironie und Tiefgang, die dennoch zum Lächeln anregen.

Konzept und konkrete Ideen hatte sie noch keine… bloß das Ziel war klar: Neue Wege, neue Möglichkeiten, neue Blickwinkel schaffen. Vielleicht könnte man eine Brücke zwischen den scheinbar unterschiedlichen Welten schaffen.

So begann die kleine Erfolgsgeschichte von anderStark.

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Das Ende ist noch lange nicht in Sicht: Sie möchte gern Bücher schreiben, einen Verein gründen, erfolgreiche Wanderausstellungen organisieren, das Studium erfolgreich beenden, weitere Projekte initiieren, aber auch Freiräume für ihre Familie und sich selbst schaffen.

Mit Sicherheit packt sie auch das mit ‚Links‘.